Worum geht es uns?

Leider wird die Initiative vereinzelt fehlinterpretiert. Daher werden wir im Folgenden kurz – und demnächst mit Bildmaterial – versuchen den Zusammenhang zu erläutern:

Wir möchten auch auf diesem Wege noch einmal klarstellen, dass es in erster Linie darum geht eine ZUSÄTZLICHE BELASTUNG für die Bürgerinnen und Bürger zu verhindern. Eine vorhandene und akzeptierte Stromtrasse bedeutet nicht die Befürwortung eines weiteren Ausbaus.

Ein vielleicht handlicheres Beispiel: Wenn aus der Straße vor dem Haus eine Bundesstraße oder eine Autobahn wird würde dies auch zu einem berechtigten Einspruch führen. Als die B36 aus Eggenstein an ihre jetzige Position „verlegt“ wurde hat vermutlich auch kein Einwohner dagegen gestimmt, weil die Straße bei Hauskauf schon da war.

Daher ergibt sich aus unserer Sicht der Ansatz im Zuge des ohnehin notwendigen TrassenNEUBAUS eine entsprechende Dimensionierung zu erreichen, dass die vorhandenen Leitungen ebenfalls verlegt werden. Im Idealfall bewerben wir somit sogar eine !größere Trasse!, die dann aber alle Leitungen trägt und um die Gemeinde gebaut würde anstatt durch sie hindurch. Wir wollen verhindern, dass der Bürgerpark ZUSÄTZLICH bebaut wird und im Idealfall, dass er sogar strom-mast-frei wird. Der aktuelle Stand bleibt garantiert NICHT bestehen (siehe TransnetBW)

 

Treffen mit Bündnis 90 – Die Grünen

Am 30.1. haben wir uns mit der Fraktion „Bündnis 90 – Die Grünen“ in Eggenstein-Leopoldshafen getroffen. Nach Austausch der Informationen haben wir auch mit den Grünen keinen Grund gefunden eine Trasse an der B36 abzulehnen. Ganz im Gegenteil haben wir uns zusammen die Gemarkungsgrenzen der Gemeinde Eggenstein-Leopoldshafen im Zusammenhang mit der Alternativtrasse angesehen und festgestellt, dass auch östlich der B36 im entscheidenden (wenn auch schmalen) Bereich die Gemarkung Eggenstein vorliegt (und nicht Karlsruhe – wie zunächst angenommen). Ein weiteres Thema – die möglichen Kosten – konnten aufgrund fehlender Informationen seitens TransnetBW nicht weiter erörtert werden.

Kontakt zu unserem Ortsnachbar Neureut

Wir haben uns sehr gefreut, dass ein politischer Vertreter des Ortsteils Neureut (gehört zur Stadt Karlsruhe) mit uns Kontakt aufgenommen hat. Auch hier ging es um einen ersten Informationsaustausch. In Kürze wird es aber auch hier ein Treffen mit einer genaueren Analyse des Sachstandes geben und es muss eine  Entscheidung des gesamten Ortschaftsrates abgewartet werden. Die genaue Lage der Naturschutzzonen zwischen Eggenstein und Neureut steht zudem auch auf der Todo-Liste.

Treffen mit der Gemeinde Eggenstein-Leopoldshafen

strom-bi-bespre-16-1-17Gespräch im Rathaus mit der Bürgerinitiative „Strom-Mast-frei“, v.l.n.r.: Bernd Stober (Bürgermeister), Jürgen Ehrmann (Hauptamtsleiter), Dr. Uwe Kühnapfel, Dr. Damian Wolnicki und Markus Eiden

Am 16.1.2016 haben wir uns mit den Vertretern der Gemeinde Eggenstein-Leopoldshafen – namentlich B.Stober (Bürgermeister), J.Ehrmann (Hauptamtsleiter), R.Hauck (Referentin des Bürgermeisters) – zu einem sehr konstruktiven Gespräch getroffen.

Zunächst haben wir verdeutlicht, dass wir nicht gegen den Ausbau der Trasse an sich sind. Auch wir befürworten den Wunsch nach einer Energiewende und wollen dem nötigen Ausbau nicht entgegen stehen. Eine Zukunft ohne gesicherte Stromversorgung ist auch in unseren Augen nicht vorstellbar. Jedoch gilt es den Ausbau in einer für die Anwohner optimierten Version zu unterstützen. Wie hinreichend bekannt sehen wir dies in einer neuen Trasse um den Ort herum und nicht in einem Ausbau der aktuellen Leitung. Vielmehr sehen wir die einmalige Gelegenheit – im Zuge der ohnehin notwendigen Mastneubauten – eine entsprechende Dimensionierung zu realisieren, die auch die Bestandleitungen aus dem Ortskern entfernen.

In unserem Gespräch konnten wir die vorliegenden Informationen beider Seiten abgleichen und die für uns sehr wichtige Information gewinnen, dass die Alternativtrasse kein einziges vorgesehenes Stadtausbauprojekt tangiert. Speziell das geplante Neubaugebiet ist bei einer östlich der B36 verlaufenden Trasse deutlich weiter von den Masten entfernt als das letzte „Neubaugebiet“.

Insgesamt wird auch seitens der Gemeinde eine Optimallösung außerhalb der Gemeinde gesehen. Wir danken auch auf diesem Wege noch einmal für das konstruktive Treffen und den folgenden Artikel der Gemeinde Egg-Leo aus dem Amtsblatt Ausgabe 3:

Stromnetzausbau

Im Rahmen der Energiewende lässt die Bundesnetzagentur sowohl neue Stromleitungen bauen als auch vorhandene aufrüsten. Unsere Gemeinde ist unmittelbar betroffen. Beim Infomarkt in der Rheinhalle informierten sich im November 2016 weit über 200 Besucher. Bei dieser Gelegenheit haben sich engagierte Bürger kennengelernt, zusammengefunden und eine Bürgerinitiative „Strom-Mast-frei“ gegründet (strom-mast-frei.com).

Bürgermeister Stober und Hauptamtsleiter Ehrmann tauschten sich über die Ziele der Bürgerinitiative und den derzeitigen Sachstand aus. Dr. Wolnicki, Markus Eiden und Dr. Kühnapfel stellten klar, dass sie sich für eine realistische Lösung einsetzen und keinen Utopien nachhängen. Wünschenswert wäre für alle Beteiligten, wenn es möglich wäre, alle Leitungen aus dem Ort zu bekommen. Mit der Bundesnetzagentur und der Firma TransNet (mit Netzausbau bei uns beauftragt) wird genau geprüft, was machbar ist. Demnächst finden auch Gespräche mit unserem Nachbarn Karlsruhe statt.

Hier klicken für die Verlinkung zum Artikel der Gemeinde

Fragenecke „Sonstige Fragen“

Wer ist TransnetBW?

TransnetBW ist eine 100% Tochter der EnBW Energie Baden-Württemberg AG und zertifizierter unabhängiger Transportnetzbertreiber (~580 Mitarbeiter; ~5,9Mrd € Umsatz 2014)

Was macht die BundesNetzAgentur BNetzA?

Die BNetzA für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahn ist u.a. für die Umsetzung des Netzausbaubeschleunigungsgesetz verantwortlich. Seit 2011 übernimmt die BNetzA Aufgaben im Bereich des Netzentwicklungsplans – speziell in der beschleunigten Umsetzung der Genehmigungsverfahren bei definiertem Ausbaubedarf. Seit 2013 obliegt auch die Durchführung von Planfeststellungsverfahren für länder- und grenzüberschreitende Netzausbauvorhaben der BNetzA.

Was ist die Bundesfachplanung?

Sie ist der erste Genehmigungsschritt. Die BNetzA richtet eine öffentliche Antragskonferenz aus. Bei dieser werden Informationen zur Raum- und Umweltverträglichkeit des Trassenkorridorvorschlags und dessen Alternativen gesammelt. Die strategische Umweltprüfung und die kompletten Antragsunterlagen werden öffentlich ausgelegt. Zum Abschluss der Bundesfachplanung entscheidet die BNetzA verbindlich den Trassenkorridor! Die Bundesfachplanung besteht aus folgenden Phasen:

  1. Antragstellung der Vorhabenträger (bei uns TransnetBW)
  2. Antragskonferenz und Festlegung des Untersuchungsrahmens (Zeitrahmen = Festlegung innerhalb 2 Monaten ab Phase 1)
  3. Erstellung der erforderlichen Unterlagen (Zeitrahmen = von der BNetzA gestellte Frist)
  4. Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung (Zeitrahmen = gesetzlich festgelegte Äußerungsfrist für die Öffentlichkeit beträgt 2 Monate)
  5. Erörterung und Beurteilung durch die BNetzA
  6. Entscheidung (Zeitrahmen = innerhalb 6 Monate nach Einreichung der vollständigen Unterlagen (also nach Beginn Phase 4)) Entscheidung wird 6 Wochen öffentlich ausgelegt.

Was ist ein Netzentwicklungsplan?

Netzentwicklungspläne werden vom Netzbetreiber (hier TransnetBW) aufgrund von Szenariorahmen (durch BNetzA genehmigte Szenarien) berechnet und entwickelt. Diese Pläne sind die Grundlage für den Bundesbedarfsplan (wird von der Bundesregierung aufgrund von Netzentwicklungsplan und Umweltbericht erstellt). Daraus erlässt der Gesetzgeber das Bundesbedarfsplangesetz, das die energierwirtschaftliche Notwendigkeit gesetzlich festschreibt. Zur Erstellung des Netzentwicklungsplans werden Bedarfsermittlung (Szenariorahmen, Regionalisierung, Marktmodellierung) und Bewertung (Stromnetz vs. Bedarf) genutzt.

Wieso muss eigentlich „unsere Trasse“ verstärkt werden?

Aus dem Netzentwicklungsplan ergibt sich ein erhöhter Bedarf an Übertragungskapazität u.a. zwischen Weinheim und Karlsruhe. Das Stück zwischen Urbach und Karlsruhe ist seit 2012 jedes Jahr als erforderliche Maßnahme ermittelt und von der BundesNetzAgentur bestätigt worden (Projektname P47). Der vordringliche Bedarf wurde 2013 und 2015 im Bundesbedarfsplangesetz (Vorhaben 19) vom Deutschen Bundestag beschlossen. Damit ist die TransnetBW zur Projektumsetzung verpflichtet. Dies bezieht sich jedoch auf die Netzverstärkung an sich und nicht die genaue Trasse oder Umsetzungsart. Daher ist „unsere Trasse“ nur eine – wenn auch die von der TransnetBW bevorzugte – Option.

Was ist das Nova-Prinzip?

NOVA bedeutet „Netz-Optimierung vor Verstärkung vor Ausbau“ also in der „Leitungs-Ertüchtigungs“-Reihenfolge:

  1. Bestehenden Betrieb von Leitungen optimieren
  2. Verstärkungsmöglichkeiten
  3. Netzneubau-Maßnahmen

Welche Ertüchtigungsmöglichkeiten werden geprüft?

  • Nutzung bestehender Freileitungen (ohne Änderungen / mit geringfügigen Anpassungen / mit punktuellen Umbauten bspw. an den Masten)
  • Nutzung bestehender Trasse (Ersatzneubau im Bereich 60m um die bestehende Leitungsache)
  • Neutrassierung in Parallelführung bzw. Bündelung (Parallelneubau im Bereich 60-200m um die bestehende Leitungsachse)
  • Leitungsneubau in eine neue Trasse (Neubau einer Leitung in neuer Trasse)

Muss Eggenstein-Leopoldshafen den Umbau der Trasse finanzieren?

Nach unseren Informationen sind alle Umbauten aus dem Projektantrag der BNetzA für die Gemeinde Eggenstein-Leopoldshafen kostenneutral und werden auf den Endverbraucher netzweit umgelegt.

Wie ist die Meinung der Gemeinde zu dem Thema? Was für einen Einfluss hat das potentielle neue Baugebiet südlich Eggenstein?

Unsere Gespräche mit der Gemeinde und den einzelnen Fraktionen sind nun weitestgehend abgeschlossen. Durchweg sind wir auf positive Resonanz gestoßen und gehen davon aus, dass sich Gemeinde und Fraktionen auch weiterhin positiv für eine B36-Lösung engagiert. Verständlicher Weise müssen Rahmenbedingungen eingehalten werden (Neubaugebiete). Diese werden aber teilweise leider erst im zweiten Verfahrensschritt bearbeitet. Genauso wenig wie wir möchte die Gemeinde zwei Trassen (um und durch den Ort). Daher wissen alle Beteiligten um die notwendige vorzeitige Zusammenarbeit innerhalb des Ortes und gemeinsam mit der Nachbargemeinde. Je früher im Verfahren eine für alle Betiligten gangbare Lösung präsentiert wird umso erfolgsversprechender ist diese dann! Dazu muss (leider) eine tiefergehende Analyse gemacht werden, als im bisherigen Projektstand üblich. Den Einsatzwillen dazu haben wir von der Gemeinde deutlich signalisiert bekommen und danken herzlich dafür!

Fragenecke „Technische Fragen“

Was ist der Unterschied zwischen Drehstrom / Wechselstrom / Gleichstrom?
Welche Leitungstypen sind aktuell in Eggenstein-Leopoldshafen installiert?
Wird ein anderer Leitungstyp geprüft oder in Zukunft verwendet?
Gibt es einen Zusammenhang zwischen Leitungstyp und gesundheitlichen Aspekten?
Ändert sich der Dienstbarkeitsbereich um die Trasse?
Gibt es eine größere Schutzzone um die Trasse?

Gleichstrom ist ein elektrischer Strom, der immer in die gleiche Richtung fließt.
Wechselstrom ist ein elektrischer Strom, der periodisch seine Richtung wechselt.
Drehstrom ist die Kombination mehrerer phasenverschobener Wechselströme.
Haushalt und Gewerbe werden normalerweise mit Dreiphasen-Drehstrom versorgt.

Aktuell gibt es in Egg-Leo zwei Leitungstrassen. Eine mit höheren Masten mit 380kV-Wechselstrom (Betreiber TransnetBW) und die kleineren Masten mit einer 220kV- (TransnetBW) und einer 110kV-Wechselstromleitung (EnBW). Die bestehende 220kV-Leitung ist Gegenstand des Projektes. Auch wenn laut TransnetBW eine Drehstromübertragung über lange Strecken in einem eng vermaschten Höchstspannungsnetz nicht wirtschaftlich umsetzbar ist, ist nach unseren Informationen eine solche Leitung projektiert („Ultranet“). Der Dienstbarkeitsbereich (Raum für Wartung und Absicherung) ist je nach Leitungstyp und Stärke unterschiedlich. Auch Freileitung oder Erdkabel gleicher Bauart führen zu unterschiedlichen Schutzzonendimensionen. Daher gibt es dazu keine pauschale Antwort. Grundsätzlich verstärkt sich beispielsweise das magnetische Feld bei Freileitungen (Drehstrom) mit zunehmender Stärke

Der Vorteil des Wechselstroms (und Drehstroms) gegenüber dem Gleichstrom ist, dass man das Spannungs- und Stromniveau mit Hilfe von Transformatoren mit geringen Verlusten anpassen kann. Ein großer Nachteil ist der technische Aufwand alle Generatoren in einem Versorgungsnetz mit gleicher Frequenz und synchron zu betreiben. Außerdem sind die Verluste bei der Übertragung vor Allem über weite Distanzen (mehrere 100km) sehr hoch und zunehmend unrentabel.

Der Vorteil der Hochspannungs-Gleichstromübertragung (HGÜ) ist bspw. die Vermeidung diverser Probleme mit Blindströmen und geringere Energieverluste bei der Übertragung. Auch werden weniger Leiterstränge benötigt als beim 3-Phasen-Drehstrom-Netz. HGÜ-Leitungen können deutlich mehr Leistung übertragen als Wechselstromsysteme, sodass HGÜ-Trassen bei gleicher Übertragungsleistung um mehr als die Hälfte schmaler gebaut werden können. Ein Nachteil ist die aufwendige Umrüstung der existierenden Infrastruktur (Quelle der Antwort aus Einträgen im energie-lexikon.info und weltderphysik.de).

Dem interessierten Leser bieten Projekte wie „Supergrid“ (basierend auf HGÜ) einen Blick in die mögliche Zukunft. Auch TransnetBW plant als Projekt „Ultranet“ diese Übertragsungsform bis Philippsburg (aus Norden kommend).

Fragenecke „Erdkabel“

Sind Erdkabel nicht viel besser als überirdische Trassen?
Können in unserem Bereich Erdkabel verlegt werden?
Wie verändert sich die gesundheitsrelevante Belastung bei Erdkabeln?

Ob Erdkabel besser sind als Freileitungen kommt auf den Blickwinkel an. Es gibt zwei Varianten von Erdkabeln. Die „normalen Erdkabel“ und „Erdkabel in einem Tunnel“. An den Anfangs-/Endpunkten muss eine Übergangsanlage (35x70m) errichtet werden. Diese müsste vermutlich in unserem Bereich ins Tiefgestate. Bei den „normalen Erdkabeln“ äquivalent zu einer Freileitung mit zwei Wechselstromsystemen ist ein ~40m breiter Arbeitsraum um die Leitungen herum vorzuhalten (20m rechts und links der Trassenachse; bei Tunnelbauweise entfällt diese Zone). Dabei müssen die mittleren 15m (über den Leitungen) dauerhaft baumfrei und frei von Bebauung bleiben (bei Tunnelbauweise 10m). In unserem Bereich sind Entlastungskanal und Tiefgarage vermutlich hinderlich.

Das magnetische Feld ist zudem über den Erdkabeln deutlich höher als direkt unter einer Freileitung gleicher Stärke (Angaben Bürgerdialog Stromnetz): Bereich Trassenachse und je 10m seitlich davon → Freileitung ~45-55 Mikrotesla, Erdkabel ~75-85Mikrotesla. Besser sind die Erdkabel aber jenseits dieses Bereichs, da die Stärke des magnetischen Feldes sehr schnell stark abnimmt. 15M neben der Trassenachse sieht es so aus: Freileitung ~ 40 Mikrotesla, Erdkabel ~ 4 Mikrotesla.

Da Erdkabel als Drehstromleitung als „nicht wirtschaftlich umsetzbar“ von der TransnetBW eingestuft wurden, müsste zudem in unserem Fall auf eine Gleichstromleitung gewechselt werden. Dafür wäre zusätzlich eine Stromrichterstation nötig. Zur Zeit wird in/um Egg-Leo eine solche Variante nicht geprüft. Dazu fehlt auch die Grundlage durch die BRD, die Streckenabschnitte in dieser Bauform gesondert ausweisen müsste.

 

Fragenecke „Trassenführung“

Wie wird der Trassenverlauf entschieden?
Wer entscheidet den Trassenverlauf?
Welche Trassenverläufe werden zur Zeit geprüft?
Wo genau verläuft die Alternativroute für die Leitung?
Welche Risikoeinstufungen gibt es auf den geplanten Trassen?
Wer vergibt Prüfaufträge für potentielle neue Trassenwege?

Was bedeuten die Leitungskategorien LK1-6?
Was bedeutet „Bündelung?„?

Die Prüfaufträge werden von der BNetzA aufgrund des Netzentwicklungsplanes an die Netzbetreiber vergeben. Zur Zeit werden im Bereich Egg-Leo zwei mögliche Trassenverläufe geprüft. Einerseits eine Aufrüstung der bestehenden Trassse (in diversen Formen) und andererseits eine Umgehungstrasse um den Ort Egg-Leo entlang der B36. Außerdem werden völlig ortsfremde Trassen geprüft (die auch im Rahmen des Prüfbereichs liegen) aber wohl laut TransnetBW keine Aussicht auf Umsetzung haben. Dabei wird auch eine Risikoanalyse in Form von möglichen Raumwiderständen (Wohngebiete, Naturschutz,…) durchgeführt. Einige der Daten und Schaubilder sind bei der TransnetBW öffentlich einsehbar (Link) und werden gerne zur Lektüre empfohlen.

Zunächst wird der grobe Trassenverlauf in der Bundesfachplanung durch die BNetzA festgelegt. Erst danach wird eine Detaillösung gesucht/gefunden. Der genaue Trassenverlauf ist also noch nicht definiert. Im zweiten Genehmigungsschritt (dem Planfeststellungsverfahren) wird dann der genaue Verlauf bestimmt und eine Genehmigung des Vorhabens erteilt. Beide Genehmigungsschritte werden von der TransnetBW durch einen Antrag gestartet und werden von der BNetzA geleitet und entschieden.

Es gibt Leitungskategorien von LK1-6 die den Aufwand bei der Ertüchtigung kategorisieren:
LK1   = Es sind keine baulichen Veränderungen nötig (Durchsatz erhöhen reicht)
LK2   = Es sind Veränderungen an den Leiterseilen notwenig
LK3   = Es sind Umbauten an den Masten notwendig
LK4   = Es sind Ersatzneubauten (von Masten) notwendig
LK5   = Parallelneubau einer Trasse mit Bündelung
LK6   = Parallelneubau einer Trasse ohne Bündelung

Die „Bündelung“ meint die Bündelung mit anderer linearer Infrastrukur. Also nicht umbedingt andere Leitungen sondern auch Autobahnen. Eine Prüfung der B36 als „lineare Infrastruktur mit Möglichkeit der Bündelungsfähigkeit“ wurde von uns auf der Antragskonferenz beantragt.

LINK ZU DEN BILDER „Trassenverlauf aus der Vogelperspektive“