Fragenecke „Technische Fragen“

Was ist der Unterschied zwischen Drehstrom / Wechselstrom / Gleichstrom?
Welche Leitungstypen sind aktuell in Eggenstein-Leopoldshafen installiert?
Wird ein anderer Leitungstyp geprüft oder in Zukunft verwendet?
Gibt es einen Zusammenhang zwischen Leitungstyp und gesundheitlichen Aspekten?
Ändert sich der Dienstbarkeitsbereich um die Trasse?
Gibt es eine größere Schutzzone um die Trasse?

Gleichstrom ist ein elektrischer Strom, der immer in die gleiche Richtung fließt.
Wechselstrom ist ein elektrischer Strom, der periodisch seine Richtung wechselt.
Drehstrom ist die Kombination mehrerer phasenverschobener Wechselströme.
Haushalt und Gewerbe werden normalerweise mit Dreiphasen-Drehstrom versorgt.

Aktuell gibt es in Egg-Leo zwei Leitungstrassen. Eine mit höheren Masten mit 380kV-Wechselstrom (Betreiber TransnetBW) und die kleineren Masten mit einer 220kV- (TransnetBW) und einer 110kV-Wechselstromleitung (EnBW). Die bestehende 220kV-Leitung ist Gegenstand des Projektes. Auch wenn laut TransnetBW eine Drehstromübertragung über lange Strecken in einem eng vermaschten Höchstspannungsnetz nicht wirtschaftlich umsetzbar ist, ist nach unseren Informationen eine solche Leitung projektiert („Ultranet“). Der Dienstbarkeitsbereich (Raum für Wartung und Absicherung) ist je nach Leitungstyp und Stärke unterschiedlich. Auch Freileitung oder Erdkabel gleicher Bauart führen zu unterschiedlichen Schutzzonendimensionen. Daher gibt es dazu keine pauschale Antwort. Grundsätzlich verstärkt sich beispielsweise das magnetische Feld bei Freileitungen (Drehstrom) mit zunehmender Stärke

Der Vorteil des Wechselstroms (und Drehstroms) gegenüber dem Gleichstrom ist, dass man das Spannungs- und Stromniveau mit Hilfe von Transformatoren mit geringen Verlusten anpassen kann. Ein großer Nachteil ist der technische Aufwand alle Generatoren in einem Versorgungsnetz mit gleicher Frequenz und synchron zu betreiben. Außerdem sind die Verluste bei der Übertragung vor Allem über weite Distanzen (mehrere 100km) sehr hoch und zunehmend unrentabel.

Der Vorteil der Hochspannungs-Gleichstromübertragung (HGÜ) ist bspw. die Vermeidung diverser Probleme mit Blindströmen und geringere Energieverluste bei der Übertragung. Auch werden weniger Leiterstränge benötigt als beim 3-Phasen-Drehstrom-Netz. HGÜ-Leitungen können deutlich mehr Leistung übertragen als Wechselstromsysteme, sodass HGÜ-Trassen bei gleicher Übertragungsleistung um mehr als die Hälfte schmaler gebaut werden können. Ein Nachteil ist die aufwendige Umrüstung der existierenden Infrastruktur (Quelle der Antwort aus Einträgen im energie-lexikon.info und weltderphysik.de).

Dem interessierten Leser bieten Projekte wie „Supergrid“ (basierend auf HGÜ) einen Blick in die mögliche Zukunft. Auch TransnetBW plant als Projekt „Ultranet“ diese Übertragsungsform bis Philippsburg (aus Norden kommend).

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