Worum geht es uns?

Leider wird die Initiative vereinzelt fehlinterpretiert. Daher werden wir im Folgenden kurz – und demnächst mit Bildmaterial – versuchen den Zusammenhang zu erläutern:

Wir möchten auch auf diesem Wege noch einmal klarstellen, dass es in erster Linie darum geht eine ZUSÄTZLICHE BELASTUNG für die Bürgerinnen und Bürger zu verhindern. Eine vorhandene und akzeptierte Stromtrasse bedeutet nicht die Befürwortung eines weiteren Ausbaus.

Ein vielleicht handlicheres Beispiel: Wenn aus der Straße vor dem Haus eine Bundesstraße oder eine Autobahn wird würde dies auch zu einem berechtigten Einspruch führen. Als die B36 aus Eggenstein an ihre jetzige Position „verlegt“ wurde hat vermutlich auch kein Einwohner dagegen gestimmt, weil die Straße bei Hauskauf schon da war.

Daher ergibt sich aus unserer Sicht der Ansatz im Zuge des ohnehin notwendigen TrassenNEUBAUS eine entsprechende Dimensionierung zu erreichen, dass die vorhandenen Leitungen ebenfalls verlegt werden. Im Idealfall bewerben wir somit sogar eine !größere Trasse!, die dann aber alle Leitungen trägt und um die Gemeinde gebaut würde anstatt durch sie hindurch. Wir wollen verhindern, dass der Bürgerpark ZUSÄTZLICH bebaut wird und im Idealfall, dass er sogar strom-mast-frei wird. Der aktuelle Stand bleibt garantiert NICHT bestehen (siehe TransnetBW)

 

Fragenecke „Sonstige Fragen“

Wer ist TransnetBW?

TransnetBW ist eine 100% Tochter der EnBW Energie Baden-Württemberg AG und zertifizierter unabhängiger Transportnetzbertreiber (~580 Mitarbeiter; ~5,9Mrd € Umsatz 2014)

Was macht die BundesNetzAgentur BNetzA?

Die BNetzA für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahn ist u.a. für die Umsetzung des Netzausbaubeschleunigungsgesetz verantwortlich. Seit 2011 übernimmt die BNetzA Aufgaben im Bereich des Netzentwicklungsplans – speziell in der beschleunigten Umsetzung der Genehmigungsverfahren bei definiertem Ausbaubedarf. Seit 2013 obliegt auch die Durchführung von Planfeststellungsverfahren für länder- und grenzüberschreitende Netzausbauvorhaben der BNetzA.

Was ist die Bundesfachplanung?

Sie ist der erste Genehmigungsschritt. Die BNetzA richtet eine öffentliche Antragskonferenz aus. Bei dieser werden Informationen zur Raum- und Umweltverträglichkeit des Trassenkorridorvorschlags und dessen Alternativen gesammelt. Die strategische Umweltprüfung und die kompletten Antragsunterlagen werden öffentlich ausgelegt. Zum Abschluss der Bundesfachplanung entscheidet die BNetzA verbindlich den Trassenkorridor! Die Bundesfachplanung besteht aus folgenden Phasen:

  1. Antragstellung der Vorhabenträger (bei uns TransnetBW)
  2. Antragskonferenz und Festlegung des Untersuchungsrahmens (Zeitrahmen = Festlegung innerhalb 2 Monaten ab Phase 1)
  3. Erstellung der erforderlichen Unterlagen (Zeitrahmen = von der BNetzA gestellte Frist)
  4. Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung (Zeitrahmen = gesetzlich festgelegte Äußerungsfrist für die Öffentlichkeit beträgt 2 Monate)
  5. Erörterung und Beurteilung durch die BNetzA
  6. Entscheidung (Zeitrahmen = innerhalb 6 Monate nach Einreichung der vollständigen Unterlagen (also nach Beginn Phase 4)) Entscheidung wird 6 Wochen öffentlich ausgelegt.

Was ist ein Netzentwicklungsplan?

Netzentwicklungspläne werden vom Netzbetreiber (hier TransnetBW) aufgrund von Szenariorahmen (durch BNetzA genehmigte Szenarien) berechnet und entwickelt. Diese Pläne sind die Grundlage für den Bundesbedarfsplan (wird von der Bundesregierung aufgrund von Netzentwicklungsplan und Umweltbericht erstellt). Daraus erlässt der Gesetzgeber das Bundesbedarfsplangesetz, das die energierwirtschaftliche Notwendigkeit gesetzlich festschreibt. Zur Erstellung des Netzentwicklungsplans werden Bedarfsermittlung (Szenariorahmen, Regionalisierung, Marktmodellierung) und Bewertung (Stromnetz vs. Bedarf) genutzt.

Wieso muss eigentlich „unsere Trasse“ verstärkt werden?

Aus dem Netzentwicklungsplan ergibt sich ein erhöhter Bedarf an Übertragungskapazität u.a. zwischen Weinheim und Karlsruhe. Das Stück zwischen Urbach und Karlsruhe ist seit 2012 jedes Jahr als erforderliche Maßnahme ermittelt und von der BundesNetzAgentur bestätigt worden (Projektname P47). Der vordringliche Bedarf wurde 2013 und 2015 im Bundesbedarfsplangesetz (Vorhaben 19) vom Deutschen Bundestag beschlossen. Damit ist die TransnetBW zur Projektumsetzung verpflichtet. Dies bezieht sich jedoch auf die Netzverstärkung an sich und nicht die genaue Trasse oder Umsetzungsart. Daher ist „unsere Trasse“ nur eine – wenn auch die von der TransnetBW bevorzugte – Option.

Was ist das Nova-Prinzip?

NOVA bedeutet „Netz-Optimierung vor Verstärkung vor Ausbau“ also in der „Leitungs-Ertüchtigungs“-Reihenfolge:

  1. Bestehenden Betrieb von Leitungen optimieren
  2. Verstärkungsmöglichkeiten
  3. Netzneubau-Maßnahmen

Welche Ertüchtigungsmöglichkeiten werden geprüft?

  • Nutzung bestehender Freileitungen (ohne Änderungen / mit geringfügigen Anpassungen / mit punktuellen Umbauten bspw. an den Masten)
  • Nutzung bestehender Trasse (Ersatzneubau im Bereich 60m um die bestehende Leitungsache)
  • Neutrassierung in Parallelführung bzw. Bündelung (Parallelneubau im Bereich 60-200m um die bestehende Leitungsachse)
  • Leitungsneubau in eine neue Trasse (Neubau einer Leitung in neuer Trasse)

Muss Eggenstein-Leopoldshafen den Umbau der Trasse finanzieren?

Nach unseren Informationen sind alle Umbauten aus dem Projektantrag der BNetzA für die Gemeinde Eggenstein-Leopoldshafen kostenneutral und werden auf den Endverbraucher netzweit umgelegt.

Wie ist die Meinung der Gemeinde zu dem Thema? Was für einen Einfluss hat das potentielle neue Baugebiet südlich Eggenstein?

Unsere Gespräche mit der Gemeinde und den einzelnen Fraktionen sind nun weitestgehend abgeschlossen. Durchweg sind wir auf positive Resonanz gestoßen und gehen davon aus, dass sich Gemeinde und Fraktionen auch weiterhin positiv für eine B36-Lösung engagiert. Verständlicher Weise müssen Rahmenbedingungen eingehalten werden (Neubaugebiete). Diese werden aber teilweise leider erst im zweiten Verfahrensschritt bearbeitet. Genauso wenig wie wir möchte die Gemeinde zwei Trassen (um und durch den Ort). Daher wissen alle Beteiligten um die notwendige vorzeitige Zusammenarbeit innerhalb des Ortes und gemeinsam mit der Nachbargemeinde. Je früher im Verfahren eine für alle Betiligten gangbare Lösung präsentiert wird umso erfolgsversprechender ist diese dann! Dazu muss (leider) eine tiefergehende Analyse gemacht werden, als im bisherigen Projektstand üblich. Den Einsatzwillen dazu haben wir von der Gemeinde deutlich signalisiert bekommen und danken herzlich dafür!

Fragenecke „Technische Fragen“

Was ist der Unterschied zwischen Drehstrom / Wechselstrom / Gleichstrom?
Welche Leitungstypen sind aktuell in Eggenstein-Leopoldshafen installiert?
Wird ein anderer Leitungstyp geprüft oder in Zukunft verwendet?
Gibt es einen Zusammenhang zwischen Leitungstyp und gesundheitlichen Aspekten?
Ändert sich der Dienstbarkeitsbereich um die Trasse?
Gibt es eine größere Schutzzone um die Trasse?

Gleichstrom ist ein elektrischer Strom, der immer in die gleiche Richtung fließt.
Wechselstrom ist ein elektrischer Strom, der periodisch seine Richtung wechselt.
Drehstrom ist die Kombination mehrerer phasenverschobener Wechselströme.
Haushalt und Gewerbe werden normalerweise mit Dreiphasen-Drehstrom versorgt.

Aktuell gibt es in Egg-Leo zwei Leitungstrassen. Eine mit höheren Masten mit 380kV-Wechselstrom (Betreiber TransnetBW) und die kleineren Masten mit einer 220kV- (TransnetBW) und einer 110kV-Wechselstromleitung (EnBW). Die bestehende 220kV-Leitung ist Gegenstand des Projektes. Auch wenn laut TransnetBW eine Drehstromübertragung über lange Strecken in einem eng vermaschten Höchstspannungsnetz nicht wirtschaftlich umsetzbar ist, ist nach unseren Informationen eine solche Leitung projektiert („Ultranet“). Der Dienstbarkeitsbereich (Raum für Wartung und Absicherung) ist je nach Leitungstyp und Stärke unterschiedlich. Auch Freileitung oder Erdkabel gleicher Bauart führen zu unterschiedlichen Schutzzonendimensionen. Daher gibt es dazu keine pauschale Antwort. Grundsätzlich verstärkt sich beispielsweise das magnetische Feld bei Freileitungen (Drehstrom) mit zunehmender Stärke

Der Vorteil des Wechselstroms (und Drehstroms) gegenüber dem Gleichstrom ist, dass man das Spannungs- und Stromniveau mit Hilfe von Transformatoren mit geringen Verlusten anpassen kann. Ein großer Nachteil ist der technische Aufwand alle Generatoren in einem Versorgungsnetz mit gleicher Frequenz und synchron zu betreiben. Außerdem sind die Verluste bei der Übertragung vor Allem über weite Distanzen (mehrere 100km) sehr hoch und zunehmend unrentabel.

Der Vorteil der Hochspannungs-Gleichstromübertragung (HGÜ) ist bspw. die Vermeidung diverser Probleme mit Blindströmen und geringere Energieverluste bei der Übertragung. Auch werden weniger Leiterstränge benötigt als beim 3-Phasen-Drehstrom-Netz. HGÜ-Leitungen können deutlich mehr Leistung übertragen als Wechselstromsysteme, sodass HGÜ-Trassen bei gleicher Übertragungsleistung um mehr als die Hälfte schmaler gebaut werden können. Ein Nachteil ist die aufwendige Umrüstung der existierenden Infrastruktur (Quelle der Antwort aus Einträgen im energie-lexikon.info und weltderphysik.de).

Dem interessierten Leser bieten Projekte wie „Supergrid“ (basierend auf HGÜ) einen Blick in die mögliche Zukunft. Auch TransnetBW plant als Projekt „Ultranet“ diese Übertragsungsform bis Philippsburg (aus Norden kommend).

Fragenecke „Erdkabel“

Sind Erdkabel nicht viel besser als überirdische Trassen?
Können in unserem Bereich Erdkabel verlegt werden?
Wie verändert sich die gesundheitsrelevante Belastung bei Erdkabeln?

Ob Erdkabel besser sind als Freileitungen kommt auf den Blickwinkel an. Es gibt zwei Varianten von Erdkabeln. Die „normalen Erdkabel“ und „Erdkabel in einem Tunnel“. An den Anfangs-/Endpunkten muss eine Übergangsanlage (35x70m) errichtet werden. Diese müsste vermutlich in unserem Bereich ins Tiefgestate. Bei den „normalen Erdkabeln“ äquivalent zu einer Freileitung mit zwei Wechselstromsystemen ist ein ~40m breiter Arbeitsraum um die Leitungen herum vorzuhalten (20m rechts und links der Trassenachse; bei Tunnelbauweise entfällt diese Zone). Dabei müssen die mittleren 15m (über den Leitungen) dauerhaft baumfrei und frei von Bebauung bleiben (bei Tunnelbauweise 10m). In unserem Bereich sind Entlastungskanal und Tiefgarage vermutlich hinderlich.

Das magnetische Feld ist zudem über den Erdkabeln deutlich höher als direkt unter einer Freileitung gleicher Stärke (Angaben Bürgerdialog Stromnetz): Bereich Trassenachse und je 10m seitlich davon → Freileitung ~45-55 Mikrotesla, Erdkabel ~75-85Mikrotesla. Besser sind die Erdkabel aber jenseits dieses Bereichs, da die Stärke des magnetischen Feldes sehr schnell stark abnimmt. 15M neben der Trassenachse sieht es so aus: Freileitung ~ 40 Mikrotesla, Erdkabel ~ 4 Mikrotesla.

Da Erdkabel als Drehstromleitung als „nicht wirtschaftlich umsetzbar“ von der TransnetBW eingestuft wurden, müsste zudem in unserem Fall auf eine Gleichstromleitung gewechselt werden. Dafür wäre zusätzlich eine Stromrichterstation nötig. Zur Zeit wird in/um Egg-Leo eine solche Variante nicht geprüft. Dazu fehlt auch die Grundlage durch die BRD, die Streckenabschnitte in dieser Bauform gesondert ausweisen müsste.

 

Fragenecke „Trassenführung“

Wie wird der Trassenverlauf entschieden?
Wer entscheidet den Trassenverlauf?
Welche Trassenverläufe werden zur Zeit geprüft?
Wo genau verläuft die Alternativroute für die Leitung?
Welche Risikoeinstufungen gibt es auf den geplanten Trassen?
Wer vergibt Prüfaufträge für potentielle neue Trassenwege?

Was bedeuten die Leitungskategorien LK1-6?
Was bedeutet „Bündelung?„?

Die Prüfaufträge werden von der BNetzA aufgrund des Netzentwicklungsplanes an die Netzbetreiber vergeben. Zur Zeit werden im Bereich Egg-Leo zwei mögliche Trassenverläufe geprüft. Einerseits eine Aufrüstung der bestehenden Trassse (in diversen Formen) und andererseits eine Umgehungstrasse um den Ort Egg-Leo entlang der B36. Außerdem werden völlig ortsfremde Trassen geprüft (die auch im Rahmen des Prüfbereichs liegen) aber wohl laut TransnetBW keine Aussicht auf Umsetzung haben. Dabei wird auch eine Risikoanalyse in Form von möglichen Raumwiderständen (Wohngebiete, Naturschutz,…) durchgeführt. Einige der Daten und Schaubilder sind bei der TransnetBW öffentlich einsehbar (Link) und werden gerne zur Lektüre empfohlen.

Zunächst wird der grobe Trassenverlauf in der Bundesfachplanung durch die BNetzA festgelegt. Erst danach wird eine Detaillösung gesucht/gefunden. Der genaue Trassenverlauf ist also noch nicht definiert. Im zweiten Genehmigungsschritt (dem Planfeststellungsverfahren) wird dann der genaue Verlauf bestimmt und eine Genehmigung des Vorhabens erteilt. Beide Genehmigungsschritte werden von der TransnetBW durch einen Antrag gestartet und werden von der BNetzA geleitet und entschieden.

Es gibt Leitungskategorien von LK1-6 die den Aufwand bei der Ertüchtigung kategorisieren:
LK1   = Es sind keine baulichen Veränderungen nötig (Durchsatz erhöhen reicht)
LK2   = Es sind Veränderungen an den Leiterseilen notwenig
LK3   = Es sind Umbauten an den Masten notwendig
LK4   = Es sind Ersatzneubauten (von Masten) notwendig
LK5   = Parallelneubau einer Trasse mit Bündelung
LK6   = Parallelneubau einer Trasse ohne Bündelung

Die „Bündelung“ meint die Bündelung mit anderer linearer Infrastrukur. Also nicht umbedingt andere Leitungen sondern auch Autobahnen. Eine Prüfung der B36 als „lineare Infrastruktur mit Möglichkeit der Bündelungsfähigkeit“ wurde von uns auf der Antragskonferenz beantragt.

LINK ZU DEN BILDER „Trassenverlauf aus der Vogelperspektive“

Fragenecke „Gesundheitliche Aspekte“

Wie verändert sich die „Strahlung“?
Wie verändern sich die Magnetfelder?
Wie kann man sich vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen schützen?
Wie lange darf man sich im Bereich unter den Masten aufhalten (z.B. im Bürgerpark)?
Wie hoch sind die gesundheitsrelevanten Grenzwerte und wer setzt sie fest?
Wie hoch ist die aktuelle & zukünftige Belastung in Eggenstein-Leopoldshafen?
Gibt es Studien zu Veränderungen durch die Aufrüstung von Strommasten?

Zunächst einmal gibt es zwei Arten von Feldern. Elektrische Felder (Volt pro Meter V/m) und magnetische Felder. Letzteres wird größer je mehr Strom fließt und wird in magnetischer Flussdichte (Tesla bzw.Mikrotesla) angegeben.

Das elektrische Feld aus Strommasten lässt sich durch Bäume/Hauswände abschirmen und dringt kaum in den menschlichen Körper ein (Elektrische Felder spürt man unmittelbar – Stromschlag). Aus in unserer Umgebung üblichen elektrischen Feldern droht wohl keine Gesundheitsgefahr.

Magnetische Felder durchdringen Hauswände und auch den menschlichen Körper. Es lässt sich nur sehr schwer abschirmen. Grade zu den magnetischen Feldern gibt es sehr unterschiedliche Studien zu den Risiken und Gefahren für den Menschen. Insgesamt gibt es sehr viele Studien zu dem Thema die nicht alle bewertet werden können.

Nachgewiesene Wirkung: Verursacht zusätzliche Ströme im Körper, die Nerven- und Muskelzellen anregen können.

Wissenschaftlich diskutierte Wirkung: Erhöhte Risiken an Alzheimer, Demenz oder Krebs zu erkranken. Evtl. Schlafstörungen, Gereiztheit und Schwindel.

Die Grenzwerte dieser Felder werden durch die 26. Bundes-Immissionsschutz-Verordnung (BImSchV) basierend auf Empfehlungen (WHO, ICNIRP, EU) geregelt. Die Maximallast bei Wechselstrom-Hoch-/Höchstspannungsmasten beträgt 100 Mikrotesla (bei Gleichstrom 500 Mikrotesla). Dieser Grenzwert darf an allen Orten des dauerhaften Aufenthalts von Menschen nicht überschritten werden. In unserem Fall fragen wir zur Zeit an, ob der Bürgerpark für den dauerhaften Aufenthallt eines Menschen freigegeben ist. Zum Vergleich liegt die Empfehlung in den Niederlanden für Orte mit längerem Aufenthalt von Kindern bei einer durchschnittlichen jährlichen magnetischen Flussdichte von 0,4 Mikrotesla! Eine 380kV-Leitung (wie bei uns geplant und schon vorhanden) weist sogar bei einem Abstand von 100m einen Wert von ca. 1 Mikrotesla auf! Ab welchem Abstand zur Wohnbebauung gesundheitliche Risiken von einer Stromleitung komplett ausgeschlossen sind kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Im Bereich direkt unter einer 380kV-Freileitung bis ca. 15m neben der Leitungsachse liegt der Wert der magnetischen Felder bei ca.45-55 Mikrotesla. Bei ca. 40m neben der Achse sind es ca. 10 Mikrotesla (Quelle Grafik Bürgerdialog Stromnetz). Die zukünftige Belastung wird während dem Verfahren berechnet.

Fragenecke „Zeitlicher Rahmen“

Wann soll der geplante Ausbau beginnen?
Wie lange wird gebaut werden?
Wann können Bedenken & Einsprüche geltend gemacht werden?
Wann sind rechtliche Schritte möglich?
Was plant die Bürgerinitiative als nächsten Schritt?

Bis jetzt:

Aus dem Netzentwicklungsplan (weist vom Netzbetreiber ermittelten Ausbaubedarf aus) ergibt sich ein erhöhter Bedarf an Übertragungskapazität u.a. zwischen Weinheim und Karlsruhe. Das Stück zwischen Urbach und Karlsruhe ist seit 2012 jedes Jahr als erforderliche Maßnahme ermittelt und von der BundesNetzAgentur bestätigt worden (Projektname P47). Der vordringliche Bedarf wurde 2013 und 2015 im Bundesbedarfsplangesetz (Vorhaben 19) vom Deutschen Bundestag beschlossen. Damit ist die TransnetBW zur Projektumsetzung verpflichtet. Dies bezieht sich jedoch auf die Netzverstärkung an sich und nicht die genaue Trasse oder Umsetzungsart. Wie genau die Netzverstärkung realisiert wird legt díe BundesNetzAgentur in zwei Genehmigungsverfahren (Bundesfachplanung + Planfeststellungsverfahren) fest.

Bisher:

Die TransnetBW hat im Dezember 2017 den Antrag auf Bundesfachplanung gestellt. Darin wird der Korridorverlauf (Trassenkorridorvorschlag = 1000m breiter Streifen für möglichen Trassenverlauf = keine Detailplanung) vorgeschlagen und Alternativen aufgezeichnet. Die Antragskonferent hat am 6.2.2018 stattgefunden

Zukunft:

1. Genehmigungsschritt = Bundesfachplanung

  • Aktuell legt die BNetzA den Untersuchungsrahmen für das weitere Verfahren fest
  • Darauf folgt die Einreichung aller benötigten Unterlagen mit anschließender 2 monatiger Äußerungsfrist für die Öffentlichkeit
  • 6 Monate später sollte der verbindliche Korridor festgelegt werden (6 Wochen öffentlich ausgelegt)

2. Genehmigungsschritt = Planfeststellungsverfahren

Während beiden Genehmigungsschritten gibt es diverse Einspruchsmöglichkeiten (auch rechtliche Schritte) für die Öffentlichkeit. Sobald uns die genauen Daten bekannt sind werden wir diese auch bekannt geben. Als Bürgerinitiative möchten wir alle Einspruchmöglichkeiten wahrnehmen um das Projekt in die gewünschte Richtung zu lenken.

Geplante Fertigstellung: Inbetriebnahme 2022

Geplanter Baubeginn: Vermutlich so schnell wie möglich

Fragenecke „Masten an sich“

Erhöht sich die Anzahl der Masten?
Wie hoch werden die neuen Masten sein? Wie hoch sind sie jetzt?
Werden die neuen Masten bzw. deren Traversen breiter? Wie breit sind sie jetzt?
In welcher Form kann die bestehende 380kV-Trasse zusätzliche Leiter aufnehmen?
Erhöht sich die Grundfläche der neuen Masten im Vergleich zu den Bestehenden?
Können die neuen Masten auf den Fundamenten der alten Masten befestigt werden?
Was passiert mit den alten Fundamenten?

Es werden verschiedene Ausbaumöglichkeiten geprüft. Da die verschiedenen Versionen auch unterschiedlich dimensionierte Masten beinhalten – und die detaillierten Informationen derzeit öffentlich nicht zugänglich sind – können wir hierzu keine genauen Maße und Mengen angeben. Geprüft werden umgebaute Bestandsmasten, Ersatzneubauten, Parallelneubauten und Kombinationen daraus (umgebaute Bestandsmasten + zusätzliche Masten dazwischen). Fest steht, dass laut Gesprächsnotiz der TransnetBW im Bereich des Bürgerparks die Bestandsmasten NICHT AUSREICHEN und Ersatzneubauten notwendig sind (Veröffentlichungen der TransnetBW sind unter Links zu finden). Es können also nicht „einfach“ zusätzliche Leiter installiert werden (wegen Schutzzonen,…). Laut selbiger Gesprächsnotiz wäre die Grundfläche der neuen Masten größer als die der Alten und sie würden somit wohl nicht auf die alten Fundamente passen. Normalerweise werden diese dann zurückgebaut.

Verfahrensbedingt werden leider bei bundesländerübergreifenden Projekten (wie bei uns) zunächst die Korridore festgelegt und dann erst die Details. Daher gibt es von der TransnetBW keine öffentlichen Berechnungen zu den vorgesehenen Masten! Diese Daten werden erst nach Verfahrensstart bekannt gegeben bzw. berechnet!